Die französische Regionalbank Crédit Mutuel Arkéa ist Opfer eines schwerwiegenden Cyberangriffs geworden, bei dem Verluste von mehr als 100 Millionen Euro entstanden sind. Nach Angaben des Instituts nutzten die Angreifer ein eigenes Konto der Bank, „um Transaktionen an andere Bankakteure auszuführen“. In der Folge wurde das entwendete Geld über spezialisierte Plattformen in Kryptowährungen umgewandelt, um die Spuren zu verschleiern.

Der Angriff verlief laut dem unabhängigen Kryptobranche-Rechercheur ZachXBT nicht in einem einzigen Schlag, sondern in zwei Wellen. Diese Operation zog sich über mehrere Tage hinweg, was die Komplexität des Vorfalls unterstreicht. ZachXBT ist in der Branche für über 150 Untersuchungen und die Rückführung von mehr als 350 Millionen US-Dollar an Vermögenswerten bekannt.

Trotz der massiven finanziellen Einbußen auf Ebene des Instituts gab die Crédit Mutuel Arkéa eine wichtige Entwarnung an ihre Klientel. Die Bank versicherte offiziell, dass die Kunden durch den Vorfall nicht geschädigt worden seien. Die Verluste belasten somit primär die Bilanz des Finanzinstituts selbst und nicht die privaten Konten der Anleger.

Der Vorfall ereignet sich in einer Zeit erhöhter globaler Cyber-Bedrohungen im Finanzsektor. Erst in der vergangenen Woche wurde ein Diebstahl von Kryptowährungen im Wert von 6,3 Milliarden Dollar, etwa 5,6 Milliarden Euro, bekannt, der laut Binance der bisher größte in der Geschichte ist. Das FBI macht hierfür die Gruppe TraderTraitor verantwortlich, zu der Verbindungen zum nordkoreanischen Geheimdienst bestehen sollen.