Der Präsident von Paraguay, Santiago Peña, hat seinen Rücktritt bekannt gegeben, nachdem die faktische Insolvenz der Digitalbank Ueno das südamerikanische Land in eine tiefe finanzielle und politische Krise gestürzt hat. In einer Videobotschaft auf seinen Social-Media-Kanälen erklärte Peña, dass er diese Entscheidung im Interesse der Stabilität des Landes, des sozialen Friedens und zum Erhalt der demokratischen Institutionen treffe. Der Rücktritt erfolgt unmittelbar nach dem Einsetzen eines Amtsenthebungsverfahrens gegen den Staatschef durch den Kongress.

Die Krise eskalierte, nachdem die Zentralbank am vergangenen Dienstag ein Abwicklungsverfahren gegen die Ueno Bank einleitete. Grund hierfür war, dass die Eigenkapitalquote des Instituts unter 50 Prozent des vorgeschriebenen Mindestwertes gefallen war. In der Folge verloren Kunden zeitweise den Zugriff auf ihre Konten, was in der Hauptstadt Asunción zu massiven Straßenprotesten führte, bei denen Tausende Bürger vor dem Kongress demonstrierten.

Im Zentrum der politischen Kontroverse stehen die geschäftlichen Verbindungen Peñas zur Pleitebank. Bis März 2025, also während seiner Amtszeit als Präsident, war er als Geschäftspartner bzw. Aktionär der Grupo Vázquez tätig, dem Eigentümerkonglomerat hinter der Ueno Bank. Obwohl Peña Vorwürfe möglicher Interessenkonflikte zuvor zurückgewiesen hatte, verstärkten diese Verbindungen den Druck auf ihn, insbesondere nachdem sich auch seine eigene Partei gegen ihn stellte.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pleite sind massiv, da die Ueno Bank mit schätzungsweise 2,8 bis drei Millionen Kunden rund 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Paraguays bediente. Über die Bank wurden zudem Rentenzahlungen abgewickelt, weshalb Millionen von Bürgern nun um ihre Ersparnisse fürchten. Zusätzliche Medienberichte über Ungereimtheiten bei der Kreditvergabe verschärften die Lage für die Regierung weiter.