Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben neue, strengere Grenzwerte für den Giftstoff Cereulid in Säuglingsnahrung beschlossen. Diese Maßnahme ist die Reaktion auf eine massive Rückrufwelle, die im Dezember 2025 begann, als der Hersteller Nestlé mögliche Verunreinigungen meldete. In der Folge wurden dutzende Chargen in ungefähr 60 Ländern zurückgerufen, wobei auch Danone, Lactalis und weitere Hersteller bis April 2026 betroffen waren.
Laut der EU-Kommission liegt die Ursache für die Kontamination in einem aus China importierten Inhaltsstoff. Dass das Toxin letztlich in den Endprodukten landete, wird auf Mängel in den Produktionsprozessen der betroffenen Hersteller zurückgeführt. Die neuen Grenzwerte, die am Freitag bekannt gegeben wurden, gelten sowohl für flüssige als auch für pulverförmige Säuglingsnahrung und dienen künftig als verbindlicher Maßstab für Hersteller und Behörden.
Die Entscheidung der EU basiert auf einer wissenschaftlichen Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Cereulid ist ein hitzestabiles Toxin, das von Bacillus-cereus-Bakterien gebildet wird, welche in tierischen sowie pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen. Problematisch wird es, wenn Sporen auskeimen und die Bakterien sich vermehren; das entstandene Toxin bleibt selbst beim Abkochen der Lebensmittel bestehen.
Beim Verzehr kann Cereulid Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen, wobei die Symptome meist innerhalb von 24 Stunden abklingen. In der Schweiz wurden bereits mindestens zwei Fälle gemeldet. In seltenen Fällen kann es jedoch zu schweren Vergiftungen kommen, die Organschäden verursachen oder im schlimmsten Fall tödlich verlaufen können.



