
Mit einem neuen Reallabor für Künstliche Intelligenz (KI) positioniert sich die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten als einer der zentralen Standorte für angewandte KI-Forschung in Niederösterreich. Das Land unterstützt das Gesamtprojekt mit einem Volumen von 1,2 Millionen Euro mit rund 600.000 Euro und verankert das Labor in einem breiter angelegten KI-Forschungsschwerpunkt. Insgesamt stellt Niederösterreich laut Landesangaben 6,35 Millionen Euro für KI-Initiativen bereit, darunter mehr als 20 Studiengänge mit KI-Bezug, zwei Stiftungsprofessuren zu Gesundheit und Landwirtschaft sowie zusätzliche Forschungsförderungen.
Im KI-Reallabor laufen die leistungsstärksten KI-Anwendungen der Hochschule. Die Einrichtung kombiniert Infrastruktur, wissenschaftliche Expertise und Demonstrationsumgebungen und versteht sich als offener Begegnungsraum. Ziel ist es, Studierende, Forschende und Unternehmenspartner zusammenzubringen, um gemeinsam neue Anwendungen zu entwickeln – von der Erprobung neuester Modelle bis hin zu prototypischen Lösungen für Branchen wie Gesundheitswesen, Medien oder Klimaanpassung. Das Labor soll ausdrücklich nicht nur Forschungsumgebung sein, sondern reale Einsatzszenarien abbilden.
Das Konzept der Öffnung reicht über klassische Kooperationen mit der Industrie hinaus: Die Hochschule will Bürgerinnen und Bürger gezielt in den Dialog einbeziehen und Berührungsängste mit KI-Anwendungen abbauen. Laut USTP arbeiten derzeit mehr als 60 Forschende an rund 25 Projekten mit KI-Bezug, die von der Erkennung von Falschinformationen über digitale Humanismus-Projekte bis hin zu Anwendungen im Gesundheitsbereich reichen. Die Aktivitäten haben in den vergangenen Jahren zu mehreren Auszeichnungen geführt, darunter Preise beim Innovationspreis Niederösterreich.
Wie die Brücke von der Forschung zur Praxis konkret aussehen kann, zeigte die USTP auch bei der diesjährigen Social Artificial Intelligence Night (SAINT) des Departments Informatik und Security. Unter dem Motto „Beyond the Paper: Real-World in Action“ diskutierten Fachleute aus Wissenschaft, Industrie und der österreichischen KI-Community aktuelle Projekte und Einsatzfelder. Ein Schwerpunkt lag auf effizienten Sprachmodellen: In ihrer Keynote erläuterte Loubna Ben Allal, Machine-Learning-Engineer bei der Plattform Hugging Face, die Trainingsstrategien für kompakte Modelle wie SmolLM 3, die trotz geringerer Ressourcenanforderungen leistungsfähige Anwendungen ermöglichen sollen. Sie unterstrich die Rolle kleiner, effizienter Modelle für alltägliche Aufgaben wie Textklassifikation, Dokumentenzusammenfassungen oder sicheres Routing von Anfragen – insbesondere für Unternehmen, die aus Datenschutz- oder Sicherheitsgründen auf eigene, ressourcenschonende Systeme setzen.

Der Stahl- und Technologiekonzern voestalpine hat in der Luftfahrtindustrie einen Großauftrag mit einem Gesamtvolumen von rund einer Milliarde Euro an Land gezogen. Die Bestellungen erstrecken sich über die kommenden fünf Jahre und stellen nach Unternehmensangaben das bisher größte Auftragsvolumen im Luftfahrtbereich der zuständigen Konzern-Division dar. Ein Teil der Order stammt vom europäischen Flugzeughersteller Airbus.
Der Konzern liefert für gängige Passagierflugzeuge, darunter Modelle der Airbus-Familien A320, A330 und A350, unter anderem Nickelbasislegierungen sowie Schmiedeteile für Triebwerke und Fahrwerke. Die Komponenten werden später in Rümpfen, Triebwerken und Fahrwerken verbaut, zusätzlich umfasst das Paket auch Logistikleistungen. Produziert wird ein Großteil der Teile in Österreich an den Standorten Kapfenberg und Mürzzuschlag in der Steiermark, weitere Komponenten kommen von der brasilianischen Tochtergesellschaft. In Kapfenberg entstehen Spezialschmiedeteile aus Titan- und Nickellegierungen, in Mürzzuschlag Hightech-Bleche für die Luftfahrt.
Die Nachfrage nach Flugzeugen für Kurz- und Mittelstrecken treibt das Wachstum der voestalpine im Luftfahrtsegment an. „Die Großaufträge sind ein starkes Signal für unsere Innovationskraft und unsere Rolle als strategische Partnerin der internationalen Luftfahrtindustrie“, wurde Vorstandschef Herbert Eibensteiner zitiert. Seinen Angaben zufolge steckt heute in nahezu jedem zivilen Flugzeug Technologie des Konzerns.
An der Börse sorgte die Meldung für einen deutlichen Kurssprung: Die voestalpine-Aktie legte im Vormittagshandel zeitweise um gut zehn Prozent zu und erreichte laut Angaben 42,48 Euro, was einem Plus von 10,79 Prozent entspricht. Parallel dazu wird laut Central European Gas Hub ein Hochofen am Standort Linz ungeplant gewartet; zu Details dieser Wartung äußerte sich das Unternehmen auf eine entsprechende Anfrage zunächst nicht.