Nach dem geopolitischen und energiewirtschaftlichen Schock, den der amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran ausgelöst hat - der IWF warnt, dass die Eskalation die Weltwirtschaft in die Rezession treiben und selbst im günstigsten Fall dauerhafte Schäden verursachen könnte - wird das Länderrisiko rasch neu bewertet, wobei die Anleger bereits ihr Kapital und ihr persönliches Engagement in den verschiedenen Ländern neu strukturieren.
LONDON, 13. Mai 2026 /PRNewswire/ -- Die jüngste Ausgabe des Henley & Partners-AlphaGeo Global Investment Risk and Resilience Index zeigt eine deutliche Neueinstufung des globalen Risikos und kombiniert strukturelle Widerstandsfähigkeit, Echtzeit-Marktsignale und Anlegerverhalten, um eine datengestützte Momentaufnahme zu liefern, wie Länder - und Anleger - auf die sich schnell verändernden geopolitischen Bedingungen reagieren.
Für diese Sonderausgabe wurde der Index einem Stresstest unterzogen, bei dem die Daten der Länderrisikoprämie (CRP) zum 1. April 2026 sowie die aktuellen Trends der Kundennachfrage von Henley & Partners verwendet wurden.
Rasche Umstrukturierung im Gange
„Resilienz ist eine langfristige Eigenschaft: er lässt sich nicht einfach so umdrehen. Das Risiko ist jedoch durchaus vorhanden. Die Märkte bewerten es stündlich neu," sagt Dr. Parag Khanna, Gründer und CEO von AlphaGeo.
Traditionelle sichere Häfen stehen weiterhin an der Spitze der Rangliste, angeführt von der Schweiz (Platz 1), Dänemark (Platz 2), Schweden (Platz 3), Singapur (Platz 4) und Norwegen (Platz 5), was die Stärke des nordischen Clusters und die institutionelle Stabilität unterstreicht.
Mehrere Schwellenländer haben sich in der Rangliste stark verbessert, allen voran Indien (um 40 Plätze auf Platz 64) und die Philippinen (um 40 Plätze auf Platz 74), aber auch die Türkei (um 32 Plätze auf Platz 88), Mexiko (um 30 Plätze auf Platz 66) und Marokko (um 28 Plätze auf Platz 70).
„Was wir sehen, ist nicht nur ein Repricing, sondern eine Divergenz", sagt Dr. Christian H. Kaelin, Chairman bei Henley & Partners. „Kein einziges Land kann dauerhafte Sicherheit bieten oder alle Eigenschaften erfüllen, die Investoren suchen - Stabilität, Zugang, Chancen und Sicherheit. In Kombination sind sie jedoch viel wirkungsvoller: Optionalität".
Diese Bewegungen spiegeln eine Umschichtung des Vertrauens wider, da die Anleger zwischen den Ländern auf der Grundlage der politischen Glaubwürdigkeit, der strategischen Positionierung und der Widerstandsfähigkeit gegenüber geopolitischen Störungen unterscheiden.
„Die traditionelle Sichtweise 'Industrieländer gleich sicher und Schwellenländer gleich riskant' bricht zusammen", sagt Dr. Tim Klatte, Partner bei Grant Thornton China. „Die Anleger denken nicht mehr in regionalen Blöcken, sondern beurteilen die Widerstandsfähigkeit der einzelnen Länder und passen sowohl ihr Kapital als auch ihre persönliche Positionierung entsprechend an."
Unter den großen Volkswirtschaften sticht China (Anstieg um 6 Plätze auf Platz 31) als wichtigster Aufsteiger hervor, während Kanada (Rückgang um 4 Plätze auf Platz 15) der größte Absteiger innerhalb der G7 ist. Die USA (Platz 24) und das Vereinigte Königreich (Platz 19) bleiben unverändert.
Länder, die von Konflikten, Sanktionen oder struktureller Fragilität betroffen sind, sind stark zurückgefallen, darunter Belarus (um 57 Plätze auf Platz 117), Bosnien und Herzegowina (um 32 Plätze auf Platz 89) und die Ukraine (um 28 Plätze auf Platz 131).
Investorenreaktion beschleunigt sich
Diese Verschiebungen spiegeln sich bereits im Verhalten der Anleger wider.
Die internen Daten von Henley & Partners zeigen, dass seit Januar 2026 Anträge von mehr als 70 Nationalitäten für über 40 Aufenthalts- und Staatsbürgerschaftsprogramme vorliegen.
Die Nachfrage nach staatlicher Diversifizierung steigt stark an, wobei die Anträge für Programme in Griechenland (+61%), Italien (+43%), Malta (+38%) und Nauru (+200%) zunehmen, während die Anfragen für Investitionsmigrationsoptionen in Neuseeland um 165%, Costa Rica 44% und Türkiye 35% steigen.
Der Nahostkonflikt ist die treibende Kraft hinter dieser Neupositionierung.
„Der derzeitige Konflikt hat die Risiken für Investoren, Regierungen und global mobile Einzelpersonen deutlich erhöht", sagt Dr. Robert Mogielnicki, ein auf den Nahen Osten spezialisierter Volkswirt. „Die Straße von Hormuz wird ein umstrittener Engpass bleiben, und die geopolitische Risikoprämie wird sich wohl auch im Falle eines Verhandlungsergebnisses nicht auflösen."
In der Golfregion sind die Anfragen von Kunden aus den Vereinigten Arabischen Emiraten um 41% gestiegen, während die Anträge um 26% zugenommen haben, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass Expatriates nach zusätzlichen Optionen suchen.
Während sich die europäischen Kernwirtschaften relativ gesehen weiterhin als widerstandsfähig erweisen, werden die breiteren Aussichten fragiler.
„Auch wenn Europa in nächster Zeit wirtschaftlich zu kämpfen haben wird, werden die Anzeichen dafür, dass es beginnt, als politische Einheit zusammenzuwachsen, dazu führen, dass es weiterhin die Spitzenplätze des Indexes dominieren wird", sagt Misha Glenny, preisgekrönter Journalist und geopolitischer Kommentator. Er gibt jedoch zu bedenken, dass sich hinter dieser Widerstandsfähigkeit tiefer liegende strukturelle Probleme verbergen - vom schwachen Wachstum über die Anfälligkeit im Energiebereich bis hin zur zunehmenden politischen Fragmentierung des Kontinents.
Lesen Sie die vollständige Pressemitteilung.
View original content:https://www.prnewswire.com/news-releases/der-schock-im-nahen-osten-verandert-die-globale-risikolandkarte-da-die-anleger-in-echtzeit-reagieren-302769502.html
Die Semperit AG Holding hat ihre mit Spannung erwartete Stellungnahme zum freiwilligen Übernahmeangebot der B&C Holding Österreich GmbH vorgelegt – ohne eine klare Empfehlung für oder gegen die Annahme auszusprechen. In der am 4. Mai 2026 veröffentlichten Äußerung arbeitet der Vorstand die aus seiner Sicht wesentlichen Argumente beider Seiten heraus und beschreibt das Papier ausdrücklich als Orientierungshilfe für die Aktionärinnen und Aktionäre. Der Aufsichtsrat schließt sich der Analyse an und verzichtet ebenfalls auf eine eigene Annahme- oder Ablehnungsempfehlung.
Kern der Offerte ist ein Angebotspreis von 15,00 Euro je Aktie. Damit verbindet sich laut Semperit eine Prämie von 25,2% auf den unbeeinflussten Schlusskurs vom 17. März 2026, also den Kurs vor Bekanntgabe des Angebots. Der Vorstand verweist zudem darauf, dass der angebotene Preis über den historischen Durchschnittskursen der Semperit-Aktie liegt und Investoren einen Ausstieg ermöglicht, der nicht von der jeweils gegebenen Marktliquidität abhängt – ein Argument vor allem für Anteilseigner mit kurzfristigem Liquiditätsbedarf oder begrenztem Anlagehorizont.
Dem stellt das Management deutliche Vorbehalte gegenüber. So liegt der Angebotspreis nach der veröffentlichten Stellungnahme unter dem Buchwert von 20,20 Euro je Aktie. Außerdem verweisen Vorstand und Aufsichtsrat auf aktuelle Analystenschätzungen von bis zu 22,00 Euro je Aktie. Aus ihrer Sicht bildet die Offerte damit nicht das volle mittel- bis langfristige Wertsteigerungspotenzial des Unternehmens ab. Wer das Angebot annimmt, verzichtet zugleich auf mögliche zukünftige Ertragschancen, falls sich Geschäft und Marktumfeld günstiger entwickeln sollten.
Ob die Annahme wirtschaftlich sinnvoll ist, hänge daher maßgeblich von der individuellen Situation der Anleger ab, betont Semperit. Eine Rolle spielten insbesondere der persönliche Anschaffungspreis, der geplante Anlagehorizont, der eigene Liquiditätsbedarf und steuerliche Überlegungen, ebenso wie Erwartungen an die weitere Entwicklung des Unternehmens und der Märkte. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen den Aktionärinnen und Aktionären, ihre persönlichen Verhältnisse sorgfältig zu prüfen und bei Bedarf fachkundigen Rat einzuholen. Die vollständigen Äußerungen zum Angebot sind auf der Semperit-Website im Investor-Relations-Bereich abrufbar; der nächste wichtige Termin im Finanzkalender ist die Quartalsmitteilung am 13. Mai 2026.