Stuttgarter Autobauer unter Druck in China, doch E-Offensive zeigt Wirkung

08.10.2026


Mercedes-Benz bekommt den Einbruch auf dem für den Konzern zentralen chinesischen Markt deutlich zu spüren, kann den Rückgang aber teilweise durch stark steigende Verkäufe von Elektroautos abfedern. Im dritten Quartal 2026 setzte der Stuttgarter Autobauer weltweit 407.200 Pkw ab. Das entsprach einem Minus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, wie das Unternehmen mitteilte. Außerhalb Chinas legte der Absatz zugleich um ein Prozent zu und unterstreicht, dass die Schwäche vor allem regional begrenzt ist.

Besonders schmerzhaft ist der Einbruch in der Volksrepublik: In China gingen die Verkäufe um 31 Prozent zurück. Mercedes verweist auf ein weiterhin schwieriges Marktumfeld und intensiven Wettbewerb. Der Konzern trifft damit auf einen Markt, in dem lokale Hersteller und internationale Wettbewerber mit aggressiven Preisen und einem breiten Elektroauto-Angebot um Kunden ringen. Die Rückgänge in China setzen eine Entwicklung fort, bei der die Pkw-Verkäufe der Marke mit dem Stern bereits seit einiger Zeit unter Druck stehen.

Gleichzeitig meldet Mercedes bei vollelektrischen Pkw ein Rekordquartal. Weltweit verkaufte der Konzern 68.400 reine E-Autos – ein Plus von 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In Europa kletterte der Absatz vollelektrischer Fahrzeuge sogar um 78 Prozent. Inzwischen ist nach Unternehmensangaben jeder dritte in Europa verkaufte Mercedes-Benz Pkw ein reines Elektroauto. "Das zeigt: Unsere Modelloffensive ist in vollem Gange", sagte Vertriebschef Mathias Geisen. Damit rückt die Elektrosparte zunehmend in die Rolle eines strategischen Wachstumstreibers.

Auf Jahressicht bleibt der Konzern dennoch hinter früheren Volumina zurück. Nach stagnierenden Verkäufen im Jahr 2023 sank der Absatz 2024 um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2025 verkaufte Mercedes etwas mehr als 1,8 Millionen Pkw, was einem Rückgang von neun Prozent im Vergleich zu 2024 entsprach. Mittelfristig soll die Pkw-Sparte wieder auf rund zwei Millionen Fahrzeuge kommen. Wann das Ziel erreicht wird, lässt das Management offen – klar ist nur, dass es nicht 2027 so weit sein soll, sondern erst später in diesem Jahrzehnt. Vor diesem Hintergrund wächst die Bedeutung der Elektrooffensive, um das schwächelnde traditionelle Geschäft auszugleichen.

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Frühstart in den Wahlkampf: Mikl-Leitner bleibt Spitzenkandidatin der ÖVP

08.10.2026


Die niederösterreichische Volkspartei hat mehr als drei Jahre vor der nächsten Landtagswahl zentrale Weichen gestellt und setzt dabei konsequent auf Kontinuität. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner wurde vom Landesparteivorstand einstimmig zur Spitzenkandidatin für den Urnengang Anfang Jänner 2028 nominiert. Damit vertraut die ÖVP erneut auf ihre langjährige Landeschefin, die den von ihr ausgerufenen „eigenständigen, niederösterreichischen Weg“ mit den Leitmotiven Leistung, Eigenverantwortung und Hausverstand fortführen will.

Flankiert wird Mikl-Leitner von einem weitgehend bekannten Spitzenteam. Zum siebenköpfigen Führungskreis zählen Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Landesrat Anton (Toni) Kasser, Landtagspräsident Karl Wilfing, Klubobmann Kurt Hackl sowie Landesgeschäftsführer Matthias Zauner. Der entsprechende Beschluss zur Landesliste fiel ebenfalls einstimmig. Innerparteilich soll das Signal innerer Geschlossenheit helfen, sich frühzeitig auf ein erwartbar knappes Duell mit der FPÖ einzustellen.

Bei der Wahlorganisation kehrt die Partei zu einem Modell zurück, das in den vergangenen Monaten intern intensiv diskutiert wurde: In den Regionalwahlkreisen entscheiden wieder Vorzugsstimmen über die Reihung der Kandidaten. Eine Besonderheit ist ein Bonus von fünf Prozent für amtierende Landtagsabgeordnete, berechnet auf Basis der im jeweiligen Wahlkreis abgegebenen ÖVP-Stimmen. Der Schritt verschafft etablierten Mandataren einen spürbaren Startvorteil gegenüber neuen Bewerbern und trägt zugleich der Mobilisierungsstärke einzelner Teilorganisationen wie dem Bauernbund Rechnung.

Politisch rückt die Landespartei neben der strategischen Wahlvorbereitung in den kommenden Monaten vor allem die Themen Wirtschaft, Arbeit, Gesundheit und Kinderbetreuung in den Vordergrund. Mit einer bereits eingerichteten Taskforce Wirtschaft sollen Genehmigungsverfahren beschleunigt und Verwaltungsabläufe im Land langfristig gestrafft werden. Der Gesundheitsplan 2040+ bleibt als groß angelegtes Reformprojekt im Zentrum der Regierungsarbeit. Im Hintergrund bleibt der Druck hoch: Bei der Landtagswahl 2023 war die ÖVP auf 39,93 Prozent zurückgefallen, die FPÖ hatte 24,19 Prozent erreicht; aktuelle Umfragen deuten auf einen weiter schrumpfenden Abstand hin und lassen für 2028 ein deutlich engeres Rennen erwarten, in dem neue Mehrheitskonstellationen möglich werden könnten.