
Nach mehr als zwei Jahrzehnten Stillstand beginnt am Areal rund um den ehemaligen APA-Turm in Wien-Döbling eine umfassende Transformation. Die Stadt Wien, der Grundstückseigentümer BUWOG und die Street-Art-Organisation Calle Libre nutzen ein spektakuläres Kunstprojekt als Startsignal: Auf der Westfassade des 52 Meter hohen Hochhauses in der Gunoldstraße 14 entsteht in den kommenden Wochen das nach Angaben der Beteiligten größte Wandgemälde Österreichs. Das Vorhaben markiert den Auftakt zur Entwicklung eines rund 2,5 Hektar großen Areals zu einem neuen Stadtteil für Wohnen und Arbeiten.
Das Werk mit dem Titel „In Equality“ stammt vom spanischen Urban Street Artist Okuda San Miguel und umfasst rund 1.100 Quadratmeter Fassadenfläche. San Miguel beschreibt seine Komposition als von Farbe, abstrakter Geometrie und Dekonstruktion geprägt. Die Architektur des APA-Turms bilde den Ausgangspunkt, die Form des Gebäudes solle einen visuellen Dialog mit der Umgebung herstellen. Mit der farbintensiven Arbeit will der international bekannte Künstler nach eigenen Angaben eine neue, lebendige Perspektive auf den städtischen Raum eröffnen und zugleich Ungleichheiten sichtbar machen.
Das Gerüst für das Riesengemälde wird an der Westseite des Turms errichtet, die „Malzeit“ wird mit rund drei Wochen veranschlagt. Am 7. Mai soll die bunte Fassade im Rahmen eines Bürger*innen-Beteiligungsevents offiziell eröffnet werden. Die Stadt Wien, vertreten durch die MA 21 (Stadtteilplanung), und BUWOG koppeln den künstlerischen Auftakt eng an den weiteren Planungsprozess: Vor Ort sind Führungen durch das Plangebiet, Informationsstände und Expert*innengespräche vorgesehen, Interessierte können Ideen und Vorschläge für die künftige Nutzung einbringen.
Das Planungsareal im südlichen Teil des Stadtquartiers Muthgasse soll in den kommenden Jahren zu einem klimafitten Ensemble entwickelt werden, das Wohnen und Arbeiten innovativ verbindet. Vorgesehen ist unter anderem ein urbaner Platz mit großzügig gestalteten Grün- und Freiflächen als lebendiger Mittelpunkt des Quartiers südlich der Gunoldstraße. Dass das Wandgemälde ausgerechnet am ehemaligen Nachrichtenturm der Austria Presse Agentur realisiert wird, ist laut Calle-Libre-Kurator Jakob Kattner bewusst gewählt: Wo früher Nachrichten produziert wurden, solle nun eine Fassade im öffentlichen Raum eine Botschaft nach außen tragen und den Beginn einer neuen Phase der Stadtentwicklung markieren.

Der österreichische Markt für Fremdwährungskredite an private Haushalte ist nahezu ausgetrocknet. Laut aktueller Erhebung der Finanzmarktaufsicht (FMA) sank das wechselkursbereinigte Volumen im ersten Quartal 2026 um weitere 4,0 Prozent auf 5,09 Milliarden Euro. Damit entfallen nur noch 2,8 Prozent aller Kredite an private Haushalte auf Finanzierungen in Fremdwährung. Vor rund zwei Jahrzehnten zählte dieses Segment noch zu den Wachstumstreibern im Kreditgeschäft der Banken.
Auslöser für den Rückzug war der von der FMA im Herbst 2008 verhängte Neuvergabestopp für Fremdwährungskredite. Seit damals ist das Volumen dieser Kredite wechselkursbereinigt um 44,4 Milliarden Euro oder 92 Prozent geschrumpft. Auf dem Höhepunkt des Booms im Jahr 2006 waren nach FMA-Angaben fast ein Drittel (32 Prozent) aller aushaftenden Haushaltskredite in Fremdwährung denominiert. In der Finanzkrise 2008 entwickelte sich diese Konzentration zu einem Risiko für den gesamten österreichischen Bankensektor.
Heute bestehen praktisch alle verbliebenen Fremdwährungskredite – 99,1 Prozent – in Schweizer Franken, der Rest entfällt nahezu vollständig auf Kredite in japanischen Yen. Damit bleibt für Kreditnehmer das Wechselkursrisiko zentral. Der Schweizer Franken notierte im ersten Quartal 2026 im Durchschnitt bei rund 0,9194 je Euro; seit 2008 hat er gegenüber der Gemeinschaftswährung um etwa 80 Prozent aufgewertet. Diese deutliche Aufwertung hat in der Vergangenheit die Schuldenlast vieler Kreditnehmer erhöht, die ursprünglich auf Zinsvorteile gesetzt hatten.
Die FMA geht davon aus, dass der überwiegende Teil der noch aushaftenden Fremdwährungskredite zwischen 2029 und 2033 endfällig wird. Die Aufsicht fordert Banken auf, proaktiv zumindest einmal jährlich das Gespräch mit betroffenen Kundinnen und Kunden zu suchen. Kreditnehmer wiederum sollten diese Angebote nachdrücklich wahrnehmen, um rechtzeitig Optionen zur Risikobegrenzung – etwa Laufzeit- oder Strukturänderungen – zu prüfen. Damit könnte der lange, bereits seit der Finanzkrise laufende Abbau der Fremdwährungsengagements in den kommenden Jahren geordnet zu Ende geführt werden.