Kontron nach Zahlen unter Druck: Umsatzrückgang trotz besserer Margen

26.03.2026


Die Aktien des österreichischen Technologiekonzerns Kontron sind am Donnerstag deutlich unter Druck geraten, nachdem der SDax-Wert mit seinen Zahlen und dem Ausblick die Erwartungen der Analysten verfehlt hat. Auf der Handelsplattform Tradegate notierte das Papier am Vormittag mit einem Minus von 13,87 Prozent bei 18,14 Euro. Auslöser der Verkaufswelle ist vor allem die konservative Gewinnprognose für 2026, die deutlich unter den bisherigen Markterwartungen liegt.

Operativ zeigte Kontron für 2025 ein gemischtes Bild. Der Umsatz sank unter anderem wegen des weitgehenden Verkaufs eines Segments und der Fokussierung auf margenstärkere Geschäfte um fast fünf Prozent auf etwas mehr als 1,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig verbesserte sich der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 15 Prozent auf 220,5 Millionen Euro. Analysten hatten jedoch sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis mit stärkeren Werten gerechnet.

Beim Blick nach vorn sorgte vor allem die Zielsetzung für 2026 für Ernüchterung. Kontron stellt für dieses Jahr ein bereinigtes Ebitda von 225 Millionen Euro sowie einen Umsatz von 1,75 bis 1,8 Milliarden Euro in Aussicht. Die von Bloomberg befragten Experten waren im Schnitt von höheren Kennziffern ausgegangen. Das Bild gleiche dem der vergangenen neun Monate, kommentierte Jefferies-Analyst Martin Comtesse: Die Umsatzprognosen würden verfehlt, während sich die Profitabilität klar verbessere. Positiv wertete er, dass sich das operative Ergebnis bis 2030 nahezu verdoppeln soll.

Auch Veysel Taze vom Bankhaus Metzler sprach von einem durchwachsenen Zahlenwerk mit schwachen Erlösen und starken Ergebniszahlen. Der vorläufige Ausblick auf 2026 bleibe besonders beim Ebitda hinter den Erwartungen zurück. Angesichts des bereits seit Jahresbeginn anhaltenden Kursdrucks stuft er die aktuelle Bewertung dennoch als attraktiv ein. Unterstützung für den gebeutelten Kurs könnte das angekündigte Aktienrückkaufprogramm liefern. Rückenwind erhält Kontron zudem von einem deutlich gestiegenen Auftragsbestand, der Investoren Hinweise auf zukünftiges Wachstum geben dürfte – auch wenn der Markt diese Perspektive kurzfristig klar ausblendet.

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Neues Erneuerbaren-Gesetz: Milliardenstrafen drohen bei Verfehlen der Ausbauziele

26.03.2026


Die österreichische Bundesregierung hat sich auf ein Erneuerbaren-Beschleunigungsgesetz (EABG) verständigt, das den Ausbau von Wind-, Sonnen- und anderer Ökostromproduktion deutlich anheben soll. Die Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS will damit die jährliche Stromproduktion bis 2030 gegenüber 2020 um 27 Terawattstunden (TWh) steigern und so sowohl den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen als auch die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten verringern. Für die Beschlussfassung im Nationalrat ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, der Entwurf soll nun ins Parlament eingebracht und mit FPÖ sowie Grünen verhandelt werden.

Kern des Gesetzes sind verbindliche Ausbauziele für jedes Bundesland. Länder und Gemeinden, die den Ausbau der Erneuerbaren aktiv unterstützen, sollen finanziell profitieren. Gleichzeitig setzt die Regierung auf deutlichen Druck: Werden die Zielvorgaben verfehlt, drohen Förderkürzungen bis hin zu Milliardenstrafen für die Länder. Besonders die Windkraft soll massiv erweitert werden; bis 2030 müssen in jedem Bundesland Windräder stehen – auch in Salzburg, Tirol und Vorarlberg, wo es bislang noch keine Anlagen dieser Art gibt.

Um das Ausbautempo zu erhöhen, sieht der Entwurf beschleunigte und vereinfachte Genehmigungsverfahren für Ökostrom-Projekte vor. Das Gesetz war ursprünglich bereits für den vergangenen Sommer als eines der Energie-„Leuchtturmprojekte“ der Dreierkoalition angekündigt worden. Nach der jüngsten Energiekrise im Zuge des Kriegs im Nahen Osten ist der Druck auf die Regierung, die Energiewende voranzubringen, weiter gestiegen. Die Grünen zeigten sich vom aktuellen Entwurf enttäuscht und sprechen von „ordentlichem Nachbesserungsbedarf“.

Die geplante Steigerung von 27 TWh verdeutlicht das Ausmaß der angestrebten Transformation. Für die Erzeugung von rund einer Terawattstunde Strom ist nach Regierungsangaben in etwa ein Donaukraftwerk in der Größenordnung von Wien-Freudenau nötig, oder alternativ etwa 75 moderne Windräder jener Dimension, wie sie derzeit auf der steirischen Freiländeralm errichtet werden. Das EABG soll die Weichen dafür stellen, dass diese zusätzliche Kapazität in den kommenden Jahren tatsächlich ans Netz geht und Österreich seine Ausbauziele im Bereich der erneuerbaren Energien erreicht.